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Naturschutzgebiet Fegen
Willkommen im Naturgebiet Fegen
Wenn man in Fegen Kanu fährt, angelt, badet oder wandert,
sind das Wildnisgefühl und die Ruhe ein wichtiger Teil des Erlebnisses. Hier
hat die frühjahrslaichende Maräne ihren einzigen Lebensraum in Schweden, und
zwischen den vielen kleinen Inseln und Schären brüten unter anderem
Prachttaucher und Fischadler.
Der See Fegen, mit einer Fläche von 24 km², ist einer der
größten Seen in Südwestschweden. Er liegt in einem Spaltental auf dem
südschwedischen Hochland und ist bis zu 38 Meter tief. Die Ufer bieten
abwechslungsreiche Landschaften mit geschützten Buchten, Landzungen,
Feuchtgebieten und vielen kleinen Inseln, die Lebensraum für eine reiche Tier-
und Pflanzenwelt bieten. Auf den Stränden und Seegründen wachsen mehrere
seltene und rotgelistete Pflanzenarten wie Wasserhafer, Schwimm-Simsengras,
Strand-Brachsenkraut, Schlammling und Lungenenzian.
Letzte Zuflucht
der frühjahrslaichenden Maräne
Die frühjahrslaichende Maräne lebt im Fegen – sie kommt nur
hier und in drei weiteren Seen weltweit vor. Früher lebte sie in weiteren
schwedischen Seen, ist dort jedoch verschwunden. Schweden trägt daher eine
internationale Verantwortung für ihren Schutz. Auch die häufiger vorkommende
herbstlaichende Maräne ist hier zu finden. Beide gehören zur Familie der
Lachsfische und leben in Schulen in tiefen, nährstoffarmen Klarwasserseen. Die
frühjahrslaichende Form lebt tiefer als die herbstlaichende. Für ihr Überleben
ist es wichtig, dass die Wasserqualität nicht durch Nährstoffeinträge
verschlechtert wird, die Sauerstoffmangel verursachen können. Insgesamt gibt es
17 Fischarten im Fegen, darunter Barsch, Zander, Hecht, Renke, herbstlaichende
Maräne und Aal.
Natura-2000-Gebiet
Weitere Vögel, die am Fegen brüten oder Nahrung suchen, sind
zum Beispiel Kleinspecht, Schwarzspecht, Küstenseeschwalbe, Graureiher,
Haubentaucher, Schellente, Gänsesäger und Flussuferläufer. Fegen ist sowohl
Natura-2000-Gebiet als auch besonderes Schutzgebiet nach der
EU-Vogelschutzrichtlinie. Der Grund dafür sind vor allem die vielen brütenden
Prachttaucher- und Fischadlerpaare.
Altes Grenzland
Wenn Sie auf dem Fegen paddeln oder entlang der Ufer
wandern, bewegen Sie sich durch altes Grenzgebiet zwischen Schweden und
Dänemark. Heute treffen hier die Grenzen der Regionen Västra Götaland,
Jönköping und Halland aufeinander.
Wertvolle Kulturlandschaften
An mehreren Stellen rund um den See gibt es kulturhistorisch
wertvolle Gebäude und alte Kulturlandschaften. In Gammalsjö liegt ein Herrenhof
an der früheren Grenze zwischen Schweden und Dänemark. Von hier kann man durch
einen Naturpark mit alten Laubbäumen zur Landzunge Kummeludden wandern. Auf der
Landzunge befindet sich ein eisenzeitliches Gräberfeld (500 v. Chr.–1050 n.
Chr.) mit Steinanlagen und Hügelgräbern.
Die sagenumwobene Kirche von Sandvik
Von der Kirche in Sandvik hat man einen schönen Blick über
den See. Die heutige Kirche aus rotem Granit wurde in den 1890er-Jahren erbaut,
nachdem eine ältere Holzkirche abgebrannt war. Eine Kirche wurde 1644 von
dänischen Truppen zerstört, doch die erste Kirche an derselben Stelle stammt
aus dem Mittelalter. Der Überlieferung nach war eine wohlhabende Frau aus
Sotanäs auf dem Weg über den See, als plötzlich ein Sturm aufzog. In ihrer Not
betete sie um Hilfe und versprach, eine Kirche zu bauen, falls sie gerettet
würde. Das Boot trieb an die Landzunge – und sie hielt ihr Versprechen. Die
Kirche wurde später ein wichtiges Zentrum für die Ausbreitung des Christentums
in der Region.
Wertvolle Lebensräume
Bei Sandvik gibt es mehrere wertvolle Lebensräume:
Edellaubwälder, in denen die rotgelistete Lungenflechte wächst, Weideland mit
alten Laubbäumen und alte Buchenwälder mit vielen rotgelisteten Arten und
reichlich Totholz. Viele seltene Arten sind auf Totholz angewiesen – als
Nahrung, Lebensraum oder Wuchsplatz.
Holzflößen und Wasserregulierung
Ende des 19. Jahrhunderts begann man, Holz über den See zu
flößen, um die Holzindustrie in Fegen zu versorgen und die Stämme per Bahn
weiterzutransportieren. Etwa zur selben Zeit wurde der Wasserspiegel abgesenkt,
um neues Ackerland zu gewinnen. In den 1940er-Jahren wurde er erneut angehoben,
als Fegen und Kalvsjön zu Wasserreservoiren für die Kraftwerke in Lillån und
Ätran wurden.
Zweck des Naturschutzgebiets
Das Reservat hat den Zweck, Fisch- und Vogelbestände, die
Wasserqualität, wertvolle Laubwälder sowie die Natura-2000-Lebensräume und
Arten zu erhalten. Gleichzeitig soll es gute Voraussetzungen für die
Naherholung bieten.
Wichtige Vogelschutzgebiete – Schützen wir unsere empfindlichen Arten
In Fegen gibt es besondere Vogelschutzbereiche zum Schutz
empfindlicher Arten während der Brutzeit, insbesondere Prachttaucher und
Fischadler. In dieser Zeit ist es verboten, an Land zu gehen oder sich der
Küste näher als 100 Meter zu nähern. Beide Arten reagieren sehr empfindlich auf
Störungen – verlassen sie das Nest, können Eier und Jungvögel schnell von
Räubern geholt werden. Studien zeigen, dass der Bruterfolg der Prachttaucher
seit Einführung der Schutzgebiete deutlich gestiegen ist.
Prachttaucher
Der Prachttaucher ist eine der charakteristischen Vogelarten
der Wildnisseen wie Fegen. Sein klagender, geheimnisvoller Ruf ist typisch und
könnte der Ursprung seines Namens sein. Er ist an seiner langgestreckten
Körperform und seinem auffälligen schwarz-weiß-grauen Gefieder zu erkennen. Die
Vögel sind scheu und sollten aus der Distanz beobachtet werden. Während der
Brutzeit sind sie besonders empfindlich – schon kurze Störungen können für
Verlust von Eiern oder Jungen sorgen. Da die Nester sehr ufernah liegen, sind
sie zudem anfällig für Wellenschlag, weshalb langsames, vorsichtiges Fahren auf
dem Wasser besonders wichtig ist.
Fischadler
Der Fischadler ist ein Greifvogel mit langen Flügeln und
weiß-braunem Gefieder. Er besitzt zahlreiche Anpassungen an das Leben als
Fischjäger: dichte, ölige Federn, verschließbare Nasenöffnungen sowie Füße mit
langen Krallen, Stacheln und einer drehbaren Zehe zum Greifen glitschiger
Beute. Er baut seine Horste bevorzugt in alten Kiefern rund um den See Fegen –
eines der wichtigsten Brutgebiete in Südwestschweden. Der Fischadler
überwintert in Westafrika und kehrt zwischen Ende März und Anfang Mai zurück.
Da die Jungvögel erst Ende Juli flügge werden, gilt das Schutzgebiet bis dahin.
In den letzten Jahren ist der Bestand am Fegen stark zurückgegangen –
ungestörte Brut ist daher entscheidend.
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- Wertvolle Natur